Château de Boulogne

Das wunderschöne Boulogne-Tal mit seinem hügeligen Gelände verbirgt die Ruinen einer befestigten Burg aus dem 13. bis 16. Jahrhundert. Das Hauptgebäude, größtenteils in Ruinen, war einst imposant. Die besser erhaltene Außenmauer erreicht eine beachtliche Größe.
Die Ruinen des Schlosses Boulogne wurden am 17. Juli 1915 gemäß den Kriterien des neuen Gesetzes von 1913 unter Denkmalschutz gestellt. Dieses Gesetz verlangte nicht mehr das nationale Interesse, sondern das öffentliche Interesse „aus historischer und künstlerischer Sicht“.
Die Seigneurie von Schloss Boulogne gehörte vermutlich bereits im 12. Jahrhundert zum Besitz des Hauses Poitiers. Die auf dem Hauptgebäude und der Kapelle errichteten Gebäude sowie der obere Teil des Bergfrieds stammen wahrscheinlich aus dem 13. und 14. Jahrhundert. Große Stallungen mit Nebengebäuden, der sogenannte „Renaissance-Pavillon“, und ein Torhaus mit zwei Wachtürmen wurden in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts an die mittelalterliche Burg angebaut. Von den Religionskriegen und der Französischen Revolution verschont, wurde die Burg Anfang des 19. Jahrhunderts von einem Bewohner eines benachbarten Dorfes abgerissen.
1979 stürzte ein Teil der Mauer ein, blockierte die Gemeindestraße und zerstörte teilweise ein darunterliegendes Anwesen. Der Zustand der Ruine war so besorgniserregend, dass eine umfassende Sanierung erforderlich war. Anfang der 1980er Jahre kauften die neuen Eigentümer die Burg und forderten die Behörden auf, den Verfall zu stoppen.
1983 verursachten starke Regenfälle einen weiteren Einsturz, wodurch das Gelände zu gefährlich wurde und für die Öffentlichkeit gesperrt werden musste. Ein umfangreiches Restaurierungsprogramm wurde durchgeführt, das die Stabilisierung der Türme, den Wiederaufbau der Hauptgebäudemauer und der westlichen Umfassungsmauer umfasste. In den 1990er Jahren wurde schließlich der Umbau des „Renaissance-Pavillons“ zu einem Zweitwohnsitz abgeschlossen. Das Mauerwerk des Geländes wird jährlich instand gehalten.
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